WalzWerk
Editorial
WalzWerk ist der Versuch, das künstlerische Werk von Günther Walz
in all seinen wesentlichen Aspekten darzustellen,
die Vielfalt und Facetten transparent zu machen,
und die Distanz zwischen Künstler und Betrachter aufzuheben.
Das Konzept folgt dem Bemühen, die unterschiedlichsten Techniken und
ihre charakteristischen Merkmale herauszuarbeiten.
Betrachten wir das Werk von Günther Walz,
so sind es vor allem drei Merkmale, die sofort ins Auge springen:
seine Klarheit, seine Ästhetik und seine Beherrschung der Maltechniken, des Handwerks.
Auf den ersten Blick hat man den Eindruck,
dass das Portfolio sich mühelos dem Betrachter erschließt,
doch dieser erste Eindruck ist irreführend.
Unter der Oberfläche der Kunst findet sich eine Fülle von Widersprüchlichkeiten,
denn Walz ist ein Künstler, der sich nicht darauf beschränkt,
ein einzelnes Thema in zahllosen Varianten in einer Maltechnik zu gestalten,
er beweist Spontanität bei seinen Auseinandersetzungen mit sich und der Umwelt
mit einer ursprünglichen Frische, mit einer Vielzahl an Motiven und Malweisen,
mit scheinbaren Gegensätzen.
Alle Werke zusammen bilden aber eine Einheit.
Die Gabe und der Sinn für Farbe ist ein solcher Zug dieser Einheitlichkeit.
Eine Betrachtung des WalzWerks muss auch das graphische Schaffen,
seine Lithographien und Siebdrucke, berücksichtigen,
denn für den Künstler ist die graphische Arbeit ein Feld des Experimentierens, des Handwerkes.
Portfolio
Das WalzWerk besteht aus den verschiedensten Werkgruppen.
Das ÖlWerk
In seinen Ölbildern gestaltet der Künstler in Abstraktionen biologisches Geschehen, pflanzliches Sprießen, Urformen des Werdens, galaktische Vegetation.
In leuchtenden Farb- und Formenspielen unterwirft er das Motiv einer ständigen Mutation, einem dauernden Keimen und Werden.
Die Farbe bringt Gefühle, Stimmungen und Empfindungen zum Ausdruck.
Die Überraschung dieser Ölbilder liegt in ihrer Wirkung, die sich sonst nur ergibt, wenn man lange in das Glas eines Mikroskops schaut.
Lebensvoll und lebensfroh schwellen üppige Knospen, Tropfen, vegetative Formen.
Das ObjektWerk
Die Bildobjekte mit dem Titel „Serie A“ sind eine Serie,
die sich mit dem Thema Kleidung beschäftigt.
Kleidung verdeckt, überlagert, kaschiert, sie täuscht, täuscht vor, leitet irre. Sie verkleidet.
Walz versucht, das Dahintersein aufzuzeigen –
ohne Zwang, ohne zu symbolisieren, ohne zu illustrieren.
Der Betrachter soll – auch mit dem Tastsinn -
die anerzogene Distanz zwischen sich und dem Objekt verringern, sogar auflösen.
Er geht durch das Bild den Weg vom „Ich“ hin zum „Du“.
Das Hineinschauen ist ein Sich-vom-Ich-Lösen,
ein Weggehen vom „Ich“, ein Hinwenden zum „Du“.
Wer hineinschaut, ist offen, aufnahmebereit, wird sensibilisiert.
Das CollagenWerk
Mit seinen Collagen bezieht der Künstler
die Sphären der Werbung und der Sexualität in seine Arbeit ein.
Der Reiz dieser Montagen liegt in der Kombination von Nichtzusammengehörendem,
in der Wahrnehmung und Erfahrung einer gründlich veränderten Realität.
Walz wählt aus einer Flut von Bildern, die er kühn abstrahiert und kombiniert.
Er bietet dem Betrachter eine montierte Realität,
eine zusammengesetzte Welt aus Bruchstücken,
isolierten Teilen und heterogenen Elementen.
Das Unsichtbare, das nicht Darstellbare, gelangt zur Anschauung.
Mit dem Verfahren der Collage löst Walz seinen Anspruch ein,
sich abbildend auf die Realität zu beziehen,
ohne dabei in den traditionellen Weisen abbildende zu sein.
Das AquarellWerk
Walz's Aquarelle zeigen Landschaften – die Faszination des Augenblicks im ganz ursprünglichen Sinn. Die Bilder sind aneinander gereihte Augenblicke des Innehaltens.
Die Landschaft wird bewusst.
In ihrer eigentümlichsten Stimmung, in neuen Farben, im fremden Licht,
spontan, genau gesehen, erlebt.
Das Aquarell ist eine schwierige Malweise, eine Technik ohne Korrekturmöglichkeit.
Sie erfordert schnelle, konzentrierte Arbeit – atemlos.
Wer so arbeitet, kann schauen – hineinschauen, hinschauen, durchschauen.
Mit allen Sinnen alles aufnehmen, wahrnehmen, wiedergeben.
Die Aquarelle des Künstlers sind sinnlich, man spürt flimmende Hitze, kühle Schatten,
riecht Gewürze und Blüten, hört Wind und Musik, geht hinein in die Landschaften,
kann in ihnen leben und träumen.
Es sind sehr persönliche Bilder. Ihr Sinn liegt in ihrer Sinnlichkeit.
Das Zeichen- und DruckWerk
Variierte Günther Walz in seinen frühen Siebdrucken ausschließlich abstrakte Muster,
so überraschen seine späteren Drucke mit der ihm eigenen Landschaftscharakteristik,
die auch schon in den Aquarellen zum Ausdruck kommt.
Darin liegt ihre besondere Stärke und ihr Reiz.
Die Farben verfehlen ihre Wirkung nicht, verleihen eine besondere Note.
Im ausdruckstarken, wieder abstrakten Schwarz-Weiß-Zyklus „NICHTS“
präsentiert Walz seine unglaublich präzise Zeichenkunst.
Das VariationenWerk
Die Variationsbilder von Walz verleiten zum Erstaunen.
Es sind keine Bilder, die irgendwie überarbeitet wurden.
Sie sind vor allem keineswegs übermalt.
Ganz im Gegenteil: sie offenbaren neue Dimensionen.
Sie fordern heraus – zum NachDenken, zum HinSchauen, zur HinWendung.
Plötzlich wird sichtbar: die Bewegung, die Zeit, die Veränderung, die Verfremdung.
Sind es Schnittbilder, die das Sehen zerteilen?
Sind es Gitterbilder, die uns die Farben neu zeigen?
Walz hat sich vorgewagt, stellt Fragen, ist mutig genug, sich selbst in Frage zu stellen.
Wer ihn kennt, kennt ihn nicht wieder.
Er zeigt eine neue Sicht seiner Welt, fordert den Betrachter auf, sehen zu lernen.
Die Landschaft und die Figuren in der Zeit, im Wandel, wie sie einer sieht,
der wirklich sehen kann.
Das GlasWerk
Walz's Glasmalereien leben durch die Farbe und strahlen durch das Licht.
Von den GlasFenstern, in denen das durchflutende Licht die wesentliche Substanz darstellt, geht eine faszinierende, mystische Leuchtkraft aus.
Das Farberlebnis erfährt man in seiner Unmittelbarkeit
und seinem unberechenbaren Wandel.
Walz gelingt es, abstraktes Formenmaterial mit den technischen Forderungen
des GlasFensters in Einklang zu bringen.
In den würfelförmigen GlasOjekten, deren Scheiben innen farbbeschichtet sind,
hat der Künstler Gebrauchsgegenstände luftdicht eingeschlossen.
Der Reiz liegt in der Banalität der Dinge, die seit Jahrzehnten in derselben Atmosphäre aufbewahrt sind und dem Betrachter das Gefühl vermitteln, die Zeit sei stehengeblieben.
Die HinterGlasBilder – eine äußerst herausfordernde MalTechnik - sind von der Rückseite der Glasplatten her bemalt und werden in der Aufsicht betrachtet.
Diese Ausführung intensiviert die Farben und verleiht ihnen dauerhaften Glanz.
Alle Motive – Walz malt hier figural - müssen seitenverkehrt gemalt werden
und auch die Reihenfolge der Arbeitsschritte wird umgekehrt.
Zuerst werden die Konturen gezeichnet, dann die Schatten und Details, danach werden die Motive ausgemalt und ganz zum Schluss schließt der Hintergrund die restliche Bildfläche.
Der Walz
Meine Kunst
Ich habe immer ein MalProjekt, an dem ich arbeite. Meine Arbeit ist meine Leidenschaft und Berufung.
Meine Motivation
Meine Kunst ist meine Leidenschaft und ein positiver Antrieb für jeden Tag.
Über mich
Geboren 1939 in Graz
Wohnhaft in Wien seit 1957
Verheiratet seit 1979
Absolvent der Bundesgewerbeschule für Angewandte Kunst in Graz (Freskomalerei, Prof. Spohn)
Diplom der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien (Malerei und Graphik, Prof. Bäumer)
4 weitere Semester an der Hochschule für Angewandte Kunst in Wien (Glasmalerei, Prof. Joham-Höllwarth)
Studienreisen und -aufenthalte:
Deutschland, Dänemark, England, Frankreich, Schweden, Norwegen, Finnland, Holland, Italien, Kroatien, Griechenland, Spanien, Ungarn, Tschechien, Slowakei, Jamaica, Indien, Sri Lanka, Malediven, Thailand, Südafrika, Tunesien, USA
Ausstellungen
Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland:
Von 1975 Steirische Malerklausur Maria Trost über Publikumspreis der Arbeiterkammer-Ausstellung bei der Wiener Messe 1978, Deutsche Lufthansa Edition 1985 bis 1995 Group Show „Forms of Nature“ in der Agora Gallery in New York und diverse Charity-Kunstauktionen wie z.B. zugunsten der Salvatorianer 2017
Laufende Ausstellungen für Sammler im Atelier in Wien-Simmering
Ankäufe von staatlichen und öffentlichen Institutionen sowie von privaten Sammlern im In- und Ausland
Einzelausstellungen:
1973 Galerie Tao, Wien
1973 Steiermärkische Sparkasse, Graz
1975 Galerie Carneri, Graz
1976 Kulturverein CreaCom, Wien,
1978 Kulturzentrum bei den Minoriten, Graz
1978 Galerie im Café Coural, Wien
1979 Galerie Carneri, Graz
1979 Galerie KUL, Bruck an der Mur
1979 Galerie im Café Kipferl, Wien
1979 Kleine Galerie, Wien
1982 Galerie Violetta, Wien
1982 Kleine Galerie, Wien
1983 Galerie „Y“, Johannesburg, Südafrika
1983 Zentralsparkasse, Wien-Simmering
1983 Galerie Carneri, Graz
1986 Kleine Galerie, Wien
1991 Galerie der Tandon Computer, Wien
1993 Galerie Prisma, Wien
1994 Galerie Argo, Wien
1994 Limner Gallery, New York, USA
1995 Galerie im Café Berg, Wien
1996 Bawag, Wien-Simmering
1996 Galerie bei Fliederlich, Nürnberg, Deutschland
1996 Galerie im RegenbogenCafé, Köln, Deutschland
1996 Galerie im Sonntags-Club, Berlin, Deutschland
1996 Magnus Hirschfeld Centrum, Hamburg, Deutschland
1997 Galerie im Café Berg, Wien
1999 Markt-Galerie, Wien-Nußdorf
2002 Galerie im Blumenwerk, Wien
2007 Tresor im Kunstforum Bank-Austria
2008 Galerie Kandinsky, Wien